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Anonym bleiben: was du nie in dein Profil schreibst

Anonym bleiben im Internet scheitert selten am Foto und fast immer am Text daneben. Was nie ins Profil gehört und was stattdessen dasteht.

6 Min. Lesezeit

Wer wissen will, wer hinter einem Profil steckt, schaut sich selten die Bilder genau an. Er liest den Text. Das Bild zeigt nur, wie jemand aussieht, aber die Beschreibung daneben liefert oft die Bausteine, aus denen sich ein Name zusammensetzen lässt.

Anonym bleiben im Internet ist deshalb weniger eine Frage der Bildbearbeitung als eine Frage davon, was du nebenbei erzählst. Und das Tückische daran: Kein einzelner Baustein ist für sich verräterisch. Erst die Kombination ist es.

Warum drei harmlose Angaben genügen

Rechne einmal mit. Eine Stadt mit hunderttausend Einwohnern. Dazu ein Alter, das ergibt vielleicht noch tausend Leute. Dazu ein ungewöhnlicher Beruf, und du bist bei einer Handvoll. Dazu ein Sternzeichen, und es bleibt eine Person übrig.

Keine dieser Angaben würde für sich jemandem auffallen. Genau deshalb schreibt man sie hin. Der Fehler ist nicht die einzelne Information, sondern dass sie zusammen in einem Text stehen, den jeder lesen kann und der monatelang online bleibt.

Die Faustregel dahinter: Alles, was die Menge der infrage kommenden Personen verkleinert, ist ein Risiko. Auch dann, wenn es für sich genommen banal klingt.

Was nicht ins Profil gehört

  • Deinen echten Vornamen, auch nicht abgekürzt und auch nicht als Teil eines Nutzernamens.
  • Die Stadt. Region reicht völlig, wenn du überhaupt etwas angeben willst. Bei kleinen Orten ist selbst das Bundesland schon eng.
  • Alter plus Beruf plus Wohnort in derselben Beschreibung. Zwei von den dreien sind meist schon zu viel.
  • Geburtsdatum oder Sternzeichen. Klingt harmlos, halbiert aber die Menge der Leute, die noch übrig bleiben, und dient anderswo als Sicherheitsfrage.
  • Deine private Handynummer. Auch nicht "nur für ernsthafte Anfragen". Eine Nummer lässt sich in Messenger-Apps nachschlagen und führt dann direkt zu deinem privaten Konto.
  • Wunschlisten mit Lieferadresse. Wenn du so etwas nutzt, muss die Anonymitätsoption aktiv sein und die Adresse eine sein, die nicht deine Wohnung ist. Das ist einer der häufigsten Wege, über die Leute enttarnt werden.
  • Namen von Angehörigen, Haustieren oder Schule und Uni. Das sind gleichzeitig die üblichen Antworten auf Sicherheitsfragen bei anderen Konten.
  • Links auf private Konten, auch nicht auf ein "zweites" Instagram. Wer beide Profile nebeneinander sieht, hat die Verbindung.

Die unscheinbaren Sachen

Der zweite Teil ist der, den fast niemand auf dem Schirm hat, weil er nicht wie eine Angabe aussieht.

Derselbe Nutzername wie woanders. Der schnellste Weg überhaupt. Ein Name, den du vor acht Jahren in einem Forum benutzt hast, verbindet beide Identitäten in einer einzigen Suche. Nimm einen Namen, den es sonst nirgends gibt.

Dieselbe Mailadresse. Auch die ist über verschiedene Dienste verknüpfbar. Für diese Tätigkeit gehört eine eigene Adresse her, die für nichts anderes benutzt wird.

Dasselbe Profilbild oder derselbe Bildausschnitt. Ein Bild, das du irgendwann schon einmal öffentlich verwendet hast, ist über eine Rückwärtssuche auffindbar. Wie das funktioniert und wie du es bei dir selbst prüfst, steht in Bilder-Rückwärtssuche: deine Fotos im Netz finden.

Der Schreibstil. Wiederkehrende Formulierungen, dieselben Abkürzungen, dieselben Emojis. Das ist selten der erste Hinweis, aber oft die Bestätigung, wenn schon ein Verdacht besteht.

Die Uhrzeiten. Wer immer zur selben Zeit online ist, verrät Schichtrhythmus oder Zeitzone. Bei jemandem, der gezielt sucht, grenzt das ein.

Was hinten im Bild steht. Der Blick aus dem Fenster, das Ortsschild auf dem Kalender, das Vereinslogo an der Wand, der Aufkleber am Laptop. Das gehört streng genommen nicht in einen Text über Profiltexte, ist in der Praxis aber die zweithäufigste Lücke. Mehr dazu in Verdienen, ohne dein Gesicht ins Netz zu hängen.

Was stattdessen dasteht

Ein Profil ohne persönliche Daten ist kein leeres Profil. Es ist ein Profil, in dem etwas anderes steht.

Statt wer du bist: was du anbietest. Welche Art von Content, welcher Stil, wie du arbeitest, wie schnell du antwortest. Das interessiert die Leute ohnehin mehr als dein Wohnort.

Statt Alter und Herkunft: eine Persona, die stimmig bleibt. Denk sie dir einmal aus und bleib dabei. Eine erfundene Angabe, die du drei Monate später anders erzählst, fällt stärker auf als gar keine Angabe.

Statt privater Details: deine Grenzen. Was du machst und was nicht, steht am besten direkt dort, wo es jeder vor der ersten Anfrage liest. Das erspart die Hälfte der unangenehmen Gespräche. Wie du das formulierst, steht in Grenzen setzen: was du nicht annehmen musst.

Und ein Satz, der oft fehlt: dass du nichts außerhalb der Plattform machst. Wer das gleich oben stehen hat, bekommt deutlich seltener Anfragen, die genau darauf hinauslaufen.

Das Konto selbst

Zum Schluss die Ebene unter dem Profiltext, die genauso zählt:

  • eigene Mailadresse, nur für diesen Zweck
  • eigenes Passwort, nicht das aus dem privaten Konto
  • Zwei-Faktor-Anmeldung eingeschaltet
  • keine Sicherheitsfragen, deren Antworten in deinem Profil stehen

Auf NaughtyBounty kommt dazu, dass wir dich nicht zwingen, öffentlich zu werden, um verdienen zu können. Aufträge sind offen ausgeschrieben, dein Profil wird von uns gezeigt, und du brauchst keine Reichweite von außen. Genau die ist sonst der Grund, warum Leute anfangen, private Kanäle zu verknüpfen. Wie das abläuft, steht in Null Follower, trotzdem Aufträge.

Die Verifizierung mit Ausweis läuft davon getrennt. Sie ist für uns, damit klar ist, dass hinter dem Konto eine erwachsene, echte Person steht. Öffentlich sichtbar wird davon nichts. Dass wir dazu Daten von dir haben, ist trotzdem eine Tatsache, die du in deine Entscheidung einbeziehen solltest, und das gilt bei jedem Anbieter, der so etwas prüft.

Häufige Fragen

Nein. Der Text neben dem Bild verrät in der Praxis mehr als das Bild selbst, und Erkennungsmerkmale wie Tattoos oder der Hintergrund kommen dazu.

Grob ja, wenn es sein muss. Bei kleinen Orten wird es schnell eindeutig, und in Kombination mit Alter und Beruf ist es das fast immer.

Nur mit aktivierter Anonymitätsoption und mit einer Adresse, die nicht deine Wohnung ist. Sonst lieber ganz lassen.

Eine schlanke Persona ist sinnvoll, solange sie stimmig bleibt. Widersprüchliche Angaben fallen stärker auf als gar keine.

Die dienen der Prüfung, dass eine erwachsene, echte Person hinter dem Konto steht, und werden nicht öffentlich angezeigt. Details stehen im Hilfebereich unter Model-Verifizierung.

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