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Metadaten aus Fotos entfernen: was da drinsteht

In jeder Bilddatei steckt mehr als das Bild. Was Kamera und Handy mitschreiben, wie du es nachschaust und wie du EXIF-Daten entfernst, ohne dein Foto einem Fremden hochzuladen.

8 Min. Lesezeit

Ein Foto ist nicht nur das, was man sieht. In derselben Datei steht ein zweiter, unsichtbarer Teil: wann das Bild entstanden ist, mit welchem Gerät, mit welchen Einstellungen und, wenn die Kamera-App darf, auf welchem Meter.

Dieser Teil heißt EXIF. Er wird beim Auslösen automatisch geschrieben, niemand fragt dich vorher, und in den meisten Fällen merkst du ihn nie. Sichtbar wird er genau dann, wenn jemand die Datei bekommt und hineinschaut.

Was da mitfährt

Je nach Gerät und Einstellung steht in einer Bilddatei:

  • Datum und Uhrzeit der Aufnahme, auf die Sekunde genau.
  • Gerät und Objektiv, also Hersteller, Modell, teils die Firmware, bei manchen Kameras die Seriennummer.
  • Die Aufnahmewerte, Blende, Belichtungszeit, ISO, Blitz ja oder nein.
  • Die Software, mit der das Bild zuletzt bearbeitet wurde.
  • Der Ort, als Koordinaten, wenn die Kamera-App Zugriff auf den Standort hat.
  • Ein eingebettetes Vorschaubild, eine kleine Kopie des Bildes in der Datei selbst.

Von all dem ist der Ort das offensichtliche Problem. Interessanter ist aber die Kombination, denn die funktioniert genauso wie bei Profilangaben: Uhrzeit plus Gerät plus Bearbeitungssoftware verbindet zwei Dateien miteinander, auch wenn auf beiden nichts Verräterisches zu sehen ist.

Zwei Bilder mit derselben Kameraseriennummer gehören zusammen. Das reicht, um ein anonymes Konto und ein privates zu verknüpfen.

Erst nachschauen, dann handeln

Bevor du irgendetwas entfernst, lohnt ein Blick auf eine deiner Dateien. Meistens ist die Lage besser als befürchtet, manchmal schlechter.

Windows. Rechtsklick auf die Datei, Eigenschaften, Reiter Details. Dort steht alles, was drin ist, inklusive GPS, falls vorhanden.

macOS. Datei in der Vorschau öffnen, Werkzeuge, Informationen einblenden. Es gibt eigene Reiter für EXIF und für den Ort.

iPhone. Bild in Fotos öffnen, nach oben wischen oder auf das Info-Symbol tippen. Steht dort eine Karte, hängt der Ort an der Datei.

Android. In Google Fotos das Bild öffnen und die Details aufrufen. Auch hier zeigt eine Karte, dass Koordinaten drin sind.

Was du dafür nicht brauchst, ist eine Webseite, die dir das analysiert. Dazu weiter unten mehr.

Der Ort ist der Punkt, an dem du anfängst

Am einfachsten löst du das nicht bei jedem Bild einzeln, sondern einmal grundsätzlich: Nimm der Kamera-App den Standortzugriff weg. Dann entstehen die Bilder von vornherein ohne Koordinaten, und du musst nie wieder daran denken.

Auf dem iPhone geht das unter Einstellungen, Datenschutz und Sicherheit, Ortungsdienste, Kamera. Auf Android in den App-Berechtigungen der Kamera-App. Bei einer Systemkamera gibt es meistens eine Option "Standort speichern" oder "Geotagging" direkt in den Kamera-Einstellungen.

Das kostet dich fast nichts. Der einzige Nachteil ist, dass deine private Fotomediathek dann keine Karte mehr hat.

Wie du es aus fertigen Dateien rausbekommst

Für die Bilder, die schon existieren, gibt es je nach System einen eingebauten Weg.

iPhone, beim Teilen. Im Teilen-Menü oben auf "Optionen" tippen. Dort lässt sich "Ort" abschalten, und unter "Alle Fotodaten" entscheidest du, ob überhaupt Metadaten mitgehen.

Android. In Google Fotos beim Teilen gibt es die Einstellung, den Standort zu entfernen. Für alles andere ist der Weg über eine Bearbeitung und ein neues Speichern der zuverlässigere.

Windows. Rechtsklick, Eigenschaften, Details, unten "Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen". Windows legt dabei eine bereinigte Kopie an und lässt das Original in Ruhe.

macOS. In der Vorschau lässt sich der Ort über den Informationsdialog löschen. Beim Export aus der Fotos-App kannst du Standort und weitere Angaben abwählen.

Und der Weg, der immer funktioniert, unabhängig von Gerät und Programm: einen Screenshot vom fertigen Bild machen und den weitergeben. Ein Screenshot ist eine neue Datei, die nur das enthält, was auf dem Bildschirm zu sehen war. Alles, was vorher in der Datei stand, ist damit weg. Du verlierst etwas Auflösung, und für einen bezahlten Auftrag ist das der falsche Weg, aber für alles, was du nebenbei irgendwo hochlädst, ist es der schnellste sichere Griff.

Neu erzeugt schlägt nachträglich gesäubert. Was nie in die Datei geschrieben wurde, kann auch nicht übersehen werden.

Was Plattformen dir abnehmen und was nicht

Die großen Netzwerke rechnen hochgeladene Bilder neu, weil sie ohnehin verkleinern und komprimieren. Dabei fallen die Metadaten fast immer weg. Das heißt aber nur, dass das Bild dort für andere Nutzer sauber ist. Ob der Betreiber die Originaldatei mit allem drin bekommen hat, ist eine andere Frage, und die Antwort lautet meistens ja.

Und es gibt drei Wege, auf denen alles erhalten bleibt:

Als Datei senden statt als Bild. In den meisten Messengern gibt es beides. Der Bildversand komprimiert und säubert nebenbei, der Dateiversand liefert exakt das Original.

Cloud-Links. Ein geteilter Link auf eine Datei in deinem Speicher ist die Datei. Da wird nichts neu gerechnet.

Direkter Mailanhang. Genauso.

Deshalb ist die Regel simpel: Sobald jemand eine Datei bekommt und nicht nur ein Bild in einem Feed sieht, entscheidest du selbst, was drinsteht.

Das kleine Vorschaubild in der Datei

Ein Detail, das kaum jemand kennt: In vielen Bilddateien steckt zusätzlich eine winzige Kopie des Bildes, damit Dateimanager schnell eine Miniatur zeigen können.

Früher passierte es, dass Programme das Bild bearbeiteten, diese Miniatur aber unverändert ließen. Wer ein Gesicht wegretuschiert oder etwas weggeschnitten hatte, hatte es dann im Bild weg und in der Miniatur noch drin. Heutige Programme aktualisieren sie, und trotzdem würde ich mich darauf nicht verlassen, wenn es darauf ankommt.

Wenn du also ohnehin etwas unkenntlich gemacht hast, ist der Screenshot am Ende doppelt sinnvoll. Was dabei sonst noch zählt, steht in Gesicht unkenntlich machen: was wirklich hilft.

Videos und Dateinamen

Videos tragen dasselbe mit sich. In MP4- und MOV-Dateien stehen Aufnahmezeit, Gerät und je nach Einstellung der Ort. Der Standortzugriff der Kamera-App deckt beides ab, Foto und Video.

Und dann gibt es noch die Ebene, die technisch gar keine Metadaten sind, praktisch aber genauso funktionieren: der Dateiname und der Ordner. IMG_4021.jpg sagt nichts. Sommer_Kroatien_Lisa.jpg sagt eine Menge, und es steht in jedem Chat mit dabei. Wie schnell aus solchen Bruchstücken ein Name wird, steht in Anonym bleiben: was du nie in dein Profil schreibst.

Warum Online-Entferner die schlechteste Idee sind

Es gibt Dutzende Webseiten, die anbieten, EXIF-Daten zu entfernen oder anzuzeigen. Der Ablauf ist immer derselbe: Du lädst das Bild hoch, wartest, lädst es zurück.

Überleg dir, was dabei passiert. Du gibst genau die Datei, deren Ortsangabe dich beunruhigt, an einen Fremden, dessen Server du nicht kennst, zusammen mit deiner IP-Adresse und dem Zeitpunkt. Um ein Risiko zu verkleinern, hast du ein größeres geschaffen.

Ein Bild, das dir zu privat für dein eigenes Konto ist, lädst du nicht auf eine unbekannte Webseite hoch, nur damit sie zwei Zeilen daraus löscht.

Alles oben Genannte läuft auf deinem Gerät. Das reicht.

Wie das bei uns aussieht

Alles, was öffentlich zu sehen ist, wird bei uns ohnehin neu berechnet. Profilbild und Portfolio werden beim Hochladen in ein anderes Format geschrieben, dabei fallen die Metadaten weg. Genauso die geschützten Vorschauen vor dem Kauf: heruntergerechnet, mit Wasserzeichen überlagert, und Metadaten sind da keine mehr drin.

Was jemand nach dem Kauf bekommt, ist deine Lieferung in voller Qualität, und genau dafür bezahlt er ja. Der Standortzugriff der Kamera-App ist deshalb kein allgemeiner Hinweis, sondern der Schalter, der bei bezahlter Arbeit wirklich etwas ändert. Einmal umgelegt, danach nie wieder ein Thema.

Neutral sind wir dabei nicht, wir betreiben die Plattform, über die wir hier schreiben. Der Rest oben funktioniert trotzdem überall. Was bei uns sonst privat bleibt, steht in Verdienen, ohne dein Gesicht ins Netz zu hängen.

Häufige Fragen

Nein. Nur wenn die Kamera-App Zugriff auf deinen Standort hat. Bei Handys ist das oft die Voreinstellung, bei einer Kamera ohne Handy-Anbindung meistens nicht.

Ja, was den Inhalt der alten Datei angeht. Der Screenshot ist eine neue Datei mit nur dem, was auf dem Bildschirm war. Er trägt allerdings sein eigenes Erstellungsdatum und den Gerätetyp.

Nein. Metadaten sind ein eigener Bereich der Datei, das Bild selbst bleibt unberührt. Qualität verlierst du nur beim Umweg über einen Screenshot oder beim erneuten Speichern in einem komprimierten Format.

Nein. Der Dateiname ist die eine Hälfte, die Daten in der Datei sind die andere. Beides gehört geprüft.

Die kannst du nicht zurückholen. Sinnvoll ist, den Standortzugriff jetzt abzuschalten und bei den Diensten nachzusehen, die die Datei noch haben, ob sich dort etwas löschen lässt.

In der Regel nicht, weil die Bilder beim Hochladen neu gerechnet werden. Verlassen solltest du dich darauf nicht, und beim Versand als Datei gilt es ohnehin nicht.

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Gesicht unkenntlich machen: was wirklich hilft

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