
Wie du den Aufwand für einen Auftrag einschätzt
Der eigentliche Aufwand steckt selten in der Aufnahme. Was alles dazugehört, wo man sich regelmäßig verschätzt und wie du es vorher durchrechnest.
Die häufigste Fehleinschätzung bei Auftragsarbeit ist, den Aufwand am Ergebnis zu messen. Zehn Fotos klingen nach wenig, also sagt man zu, und hinterher waren es sechs Stunden.
Der Grund ist immer derselbe: Die Aufnahme ist der kleinste Teil. Der Rest ist unsichtbar, bis man mittendrin steckt.
Woraus der Aufwand wirklich besteht
Klären, worum es geht. Bevor irgendetwas passiert, muss klar sein, was gewünscht ist. Wenn das nicht schriftlich vorliegt, sind es Rückfragen, Antworten, Missverständnisse und noch eine Rückfrage.
Vorbereitung. Outfit, Setting, Licht, Aufräumen. Bei einem Auftrag, der von deinem üblichen Aufbau abweicht, ist das oft mehr Zeit als die Aufnahme selbst.
Die Aufnahme. Der Teil, den alle meinen, wenn sie über Aufwand reden. Meistens der kürzeste.
Sichten und Bearbeiten. Aussortieren, schneiden, korrigieren. Skaliert direkt mit der Menge, und zwar stärker, als man denkt. Doppelt so viel Material heißt mehr als doppelt so viel Sichtzeit, weil auch das Vergleichen zunimmt.
Kommunikation während des Auftrags. Zwischenstände, Nachfragen, Abstimmung.
Nacharbeit. Änderungswünsche, Korrekturen, Neuaufnahmen.
Wo man sich regelmäßig verschätzt
Bei der Menge. Der Sprung von wenigen zu vielen Medien ist keine gerade Linie. Ab einer gewissen Zahl kippt es von "mache ich schnell" in "das ist ein Projekt".
Bei Sonderwünschen. Ein bestimmtes Outfit, ein bestimmter Ort, eine bestimmte Uhrzeit. Jede zusätzliche Bedingung kann die Vorbereitung verdoppeln, obwohl sie im Text nur ein Nebensatz war.
Bei der Nacharbeit. Wer nicht einplant, dass eventuell etwas geändert werden muss, rechnet immer zu knapp.
Beim Umschalten. Ein Auftrag zwischendurch kostet mehr als derselbe Auftrag im Block, weil Aufbau und Abbau nicht kleiner werden.
Eine brauchbare Faustregel
Schätze die reine Arbeitszeit. Dann rechne die Vorbereitung dazu, die du zuerst vergessen hast. Dann leg etwas für Kommunikation und mögliche Nacharbeit obendrauf.
Wenn du danach immer noch zusagen würdest, ist es ein guter Auftrag. Wenn du zögerst, hast du deine Antwort, und zwar bevor du drinsteckst statt mittendrin.
Und wie das hier gelöst ist
Das Problem an dieser Rechnung ist normalerweise, dass man sie gar nicht aufstellen kann. Solange nicht feststeht, was gewünscht ist und was dabei herauskommt, schätzt man ins Leere.
Auf NaughtyBounty steht beides vorher da. Eine Challenge beschreibt Thema, Format und Umfang, und die Belohnung wird beim Erstellen festgelegt und ändert sich danach nicht mehr, weder nach oben noch nach unten. Du rechnest also vor der Bewerbung, nicht nach der Zusage.
Die Nacharbeit ist ebenfalls begrenzt. Passt eine Lieferung nicht zur Beschreibung, kann eine Revision angefragt werden, die von einem Moderator geprüft wird und auf drei begrenzt ist. Und was über das Beschriebene hinausgeht, musst du nicht liefern, denn die Beschreibung gilt für beide Seiten. Mehr dazu in Grenzen setzen.
Damit fällt der Teil weg, der sonst am meisten Zeit frisst, nämlich das Klären, bevor überhaupt klar ist, ob es sich lohnt.
Bock drauf?
Offene Aufträge durchsehen und vorher rechnen. Wie der Einstieg abläuft, steht auf der Model-Seite. Oder direkt kostenlos registrieren.
Häufige Fragen
Aus der Challenge. Thema, Format und Umfang stehen dort, bevor du dich bewirbst.
Nicht ohne dein Zutun. Was über die Beschreibung hinausgeht, musst du nicht liefern.
Revisionen sind auf drei begrenzt und werden von einem Moderator geprüft.
Dann bewirbst du dich beim nächsten Mal anders. Zusagen musst du nur auf das, was du vorher durchgerechnet hast.
